EPIDEMIOLOGISCHE AKTUALITÄTEN - Dezember 2011
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Schweden/Somalia: Diphtherie15/12/2011Ein Kind aus Somalia ist im Oktober nach der Einreise in Schweden an Diphtherie (C.diphtheriae) erkrankt. Sekundärfälle wurden nicht gefunden. Die ganze Familie wurde jetzt gegen DTP geimpft.Folgen für den Reisenden: Eine Grundimmunisierung gegen Diphtherie und eine Nachimpfung alle 10 Jahre wird empfohlen. Diphtheriefälle sind in Europa selten, die wenigen Fälle treten meist im Zusammenhang mit Auslandreisen auf.Ref.: Eurosurveillance Dez. 2011.Vereinigte Arabische Emirate: Malariafälle in Dubai15/12/2011In Dubai International City, einem neu entstehenden Stadtteil mit viel stehendem Wasser (Tümpel, Teiche) in der Region Al Warsan (12km vom Flughafen entfernt) werden immer wieder Malariafälle entdeckt (zurzeit 2-3 Fälle pro Woche). Die meisten werden importiert, v.a. von Bauarbeitern, z.B. aus Pakistan. Einige könnten aber lokal erworben worden sein.Folgen für den Reisenden: Risiko gering. Dubai ist eigentlich malariafrei, importierte Fälle könnten aber dazu führen, dass wieder lokal Fälle autochthon übertragen werden. Ein Mückenschutz wird empfohlen.Ref.: Albawaba 15.12.2011.China: Poliomyelitis14/12/2011In der W Provinz Xinjiang sind die Poliofälle (WPV1) inzwischen auf 20 (2 Todesfälle) angestiegen.Folgen für den Reisenden: Risiko gering. Ein Impfschutz gegen Poliomyelitis wird für alle Personen empfohlen.Ref.: 14.12.2011, ShanghaiDaily.Malaysia: Dengue14/12/2011Die Dengue-Zahlen sind in diesem Jahr mit 18'371 Fällen tiefer als im letzten Jahr (> 44'000), steigen aber zur Zeit stark an; in der Woche vom 4.-10. Dezember waren es landesweit 486 Verdachtsfälle.Folgen für den Reisenden: Risiko gering-mittel, es wird in den nächsten Wochen ansteigen (Regenzeit). Ein optimaler Mückenschutz am Tag und frühen Abend auch in den Städten wird empfohlen.Ref.: mmMail 14.12.2011.Brasilien: Meningitis in Bahia13/12/2011Wie jedes Jahr steigen die Meningitis-Meldungen Ende Jahr an. Bei etwa einem Drittel der Fälle handelt es sich um Meningokokken Meningitis (Serogruppe C). In diesem Jahr sind es insgesamt ca. 25% weniger Fälle als 2010 und etwa 30% weniger bakterielle Meningitis. Hauptsaison ist Oktober/November.
Im September waren 4 Arbeiter an der Nordküste in der Umgebung eines Hotelkomplexes (Costa do Sauipe) an Meningitis (Men. Serogruppe C) gestorben, was zu einer Verunsicherung von Touristen und massenhaften Stornierungen geführt hat. Außerdem ist eine bekannte brasilianische Sängerin an einer nicht bakteriellen Meningitis erkrankt, die Medienberichte darüber haben die Ängste noch verstärkt, auch wenn die Ursache nicht die gleiche ist. Folgen für den Reisenden: Risiko gering. Die Krankheit wird v.a. in beengten Verhältnissen und Massenunterkünften übertragen. Eine Impfung gegen Meningokokken Serogruppe C wird nur in Ausnahmefällen bei engem Kontakt zu Erkrankten empfohlen.Ref.: Diverse, Ministério da Saúde.Bolivien: Bolivianisches Hämorrhagisches Fieber06/12/2011In der Amazonasprovinz Beni in der Nähe der Stadt Trinidad im NE des Landes wurden mehrere Fälle festgestellt. Es handelt sich wahrscheinlich um Infektionen mit dem Machupovirus. Die Krankheit ist in der Region bekannt. Folgen für den Reisenden: Risiko gering. Das Virus wird meist von Mäusen übertragen (Calomys callosus). Die Krankheit wurde während eines Ausbruchs im E Boliviens 1959 erstmals beschrieben und das Virus 1963 isoliert. Es handelt sich, wie z.B. auch beim Lassavirus, um ein Arenavirus. Lassaviren kommen nur in Afrika, v.a. W Afrika vor. Ref.: Karte. Diverse: TMB, CDC Special Pathogens Branch, CDC Emerging Infectious Diseases.Uganda: Masern06/12/2011Das Gesundheitsministerium hat einen Alarm wegen Ausbrüchen von Masernerkrankungen ausgegeben. Betroffen sind v.a. Regionen im E, W und Zentrum des Landes.Folgen für den Reisenden: Kleinkinder sollten systematisch zweimal mit MMR geimpft werden. Ebenso wird die Masern-Impfung (in Form einer einmaligen MMR-Impfung) für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen empfohlen, sofern sie nicht oder in der Kindheit nur einmal geimpft sind oder der Impfstatus unklar ist (STIKO 2010).
Reisende sind für die Mitmenschen in den Reiseländern verantwortlich!
Ref.: Monitor Uganda, 6.12.2011.Masern in Westeuropa02/12/2011West Europa (>26'000 Fälle bis Oktober) ist zusammen mit der D.R. Kongo (Kinshasa) mit 100'000 Fällen, Nigeria und Somalia mit je 15'000 Erkrankten einer der Hotspots für Masern weltweit. Die Europäer haben zu Exporten von Masern in die USA, Kanada, Australien, Lateinamerika und SE Asien beigetragen. Das ist unnötig und nicht zu rechtfertigen. Reisende sollten keine vermeidbaren Krankheiten in ein Gastland importieren.Folgen für den Reisenden: Kleinkinder sollten systematisch zweimal mit MMR geimpft werden. Ebenso wird die Masern-Impfung (in Form einer einmaligen MMR-Impfung) für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen empfohlen, sofern sie nicht oder in der Kindheit nur einmal geimpft sind oder der Impfstatus unklar ist (STIKO 2010).
Reisende sind für die Mitmenschen in den Reiseländern verantwortlich!
Der Trend, Kinder nicht gegen Masern impfen zu lassen, ist nicht nur für diese gefährlich, sondern auch für andere Menschen, ganz besonders jene, die aus medizinischen Gründen selbst nicht geimpft werden können. Ref.: Diverse 2.12.2011.Senegal: Gelbfieber01/12/20113 Fälle von Gelbfieber wurden Ende Oktober im SE in den Regionen Kedougou und Saraya an der Grenze zu Mali und Guinea (Conakry) registriert. Sie waren im Juli und August aufgetreten.Folgen für den Reisenden: Risiko gering. Ein Gelbfieberimpfschutz wird empfohlen.Ref.: WHO 1.12.2011, andere. Brasilien: Dengue im S (Parana)29/11/2011In der Region der Iguazu-Wasserfälle steigen die Dengue-Verdachtsfälle an, in der ersten Novemberhälfte (bis 18.11.) wurden 30 Fälle gemeldet.Folgen für den Reisenden: Risiko gering-mittel. Ein optimaler Mückenschutz am Tag und frühen Abend auch in den Städten wird empfohlen.Ref.: Dengue Update 47.Geflügelinfluenza 201129/11/20112011 wurden der WHO weltweit 55 Fälle (29 Todesfälle) gemeldet, humane Fälle gab es nur in Ägypten 34(12) und Indonesien 11(9).
153 Personen sind seit 2006 in Ägypten erkrankt, alle im Umgang mit krankem Geflügel, 52 sind gestorben. In Indonesien waren es seit 2005 182 (150). Seit dem Ausbruch der Seuche in China und Vietnam 2003 sind insgesamt 571 Fälle und 335 Todesfälle registriert worden. Folgen für den Reisenden: Risiko gering. Der Import jeglicher Geflügelprodukte oder Vögel aus betroffenen Gebieten ist in ganz Europa verboten.Ref.: WHO 29.11.2011.Philippinen: Paralytic Shellfish Poisoning (PSP)29/11/2011In Zentral-Luzon, nördlich von Manila sind mehrere Personen nach dem Genuss von Meeresfrüchten und Fischen an dieser Vergiftung erkrankt, eine Person ist gestorben. Das Gift (Saxitoxin) wird von Dinoflagellaten gebildet und in Muscheln sowie der Nahrungskette der Fische angereichert.Folgen für den Reisenden: Diese Vergiftung ist auch in SE Asien bekannt und nimmt zu; sie ist assoziiert mit verstärkten Algenblüten. Die Krankheit kann zu Herz- und Atmungsproblemen oder Tod führen. Meeresfrüchte sollten in der Region nicht konsumiert werden. Das Gift ist hitzestabil! Ref.: FDA Bad Bug Book, andere.UK: Noroviren in Austern29/11/2011Landesweit wurden 39 Austernfarmen untersucht, in 76% der Muscheln fanden sich Noroviren, allerdings bei etwa 50% nur in sehr geringen Mengen. Die meisten positiven Proben (90% positiv) wurden zwischen Oktober-März gefunden, weniger Norovirus-Kontaminationen fanden sich zwischen April - September (62% positiv).Folgen für den Reisenden: Rohe Austern sind ein nicht unbedenkliches Nahrungsmittel, auch im Winter!Ref.: Food Standards Agency 29.11.2011.Tschechien: Hepatitis A Ausbruch bei Roma25/11/2011In Ostrava (Schlesien) an der polnischen Grenze werden seit dem Sommer vermehrt Hepatitis A Infektionen gemeldet. Erkrankt sind v.a. Roma Kinder.Folgen für den Reisenden: Risiko gering. Der Grund für die vermehrten Infektionen dürfte eine defekte Abwasserleitung sein. Die Roma werden weltweit gesundheitspolitisch vernachlässigt.Ref.: Romea.cz 25.11.2011.Simbabwe: Abdominaltyphus24/11/2011Auch in Harare nehmen die Fälle in Armenquartieren zu, betroffen sind Einwohner mit eingeschränktem Zugang zu sauberem Wasser.Folgen für den Reisenden: Risiko gering. Eine sorgfältige Nahrungsmittel/Wasserhygiene ist dringend empfohlen. Eine Impfung gegen Typhus wird insbesondere für VFRs empfohlen.Ref.: NewsDay 24.11.2011.Nigeria: Poliomyelitis. Anstieg der Fälle21/11/2011Die gemeldeten Erkrankungen sind um das Vierfache angestiegen, es sind 43 Fälle (11 in 2010). Betroffen sind die 8 N Staaten des Landes, wo ab 2003 eine politisch/religiöse Kampagne die Impfbereitschaft stark beeinträchtigt hat. Die Krankheit wurde bereits nach Niger, Mali und die Elfenbeinküste exportiert.Folgen für den Reisenden: Ein Polioimpfschutz wird für alle Reisenden empfohlen.Ref.: BBC 21.11.2011.Diese Informationen werden vor Versand geprüft, jedoch ohne Gewähr. Der Verteiler haftet für keinerlei Folgen, die sich aus der Benutzung
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